Leidenschaft zum Schreiben von Kindsbeinen an…

Die Leidenschaft für Sprache und Schreiben gehört zu mir wie mein Name und zieht sich von Kindsbeinen an wie eine kostbare Perlenkette durch mein ganzes Leben.

1956 geboren verbrachte ich meine überaus glückliche Kindheit in Schruns an der heutigen Batloggstrasse 16, wo ich meine Unbefangenheit und temperamentvolle Spontaneität kreativ voll zur Entfaltung bringen durfte. Es sollte sich als prägend für mein weiteres Leben erweisen, dass unter dem selben Dach der bekannte, um 14 Jahre ältere Vorarlberger Heimatdichter Heinz Bitschnau geboren wurde und damals als Jugendlicher heranwuchs. Aus meiner kindlichen Zuneigung zu Heinz erwuchs eine lebenslange Freundschaft zu meinem „Dichter-Vater“, wie ich ihn liebevoll nenne.

 Erste Zeichnungen – erste Reime

Mit dem Entstehen dieser ersten Zeichnungen im Alter von  3 - 4 Jahren erfolgten parallel erste Reime, die ich in kindlicher Begeisterung, Heinz Bitschnau auf den Knien sitzend bei seinem Hobby zu unterstützen, mit ihm zusammen kreierte und in Ermangelung meiner Alphabetisierung von ihm aufschreiben lassen musste. Unser gemeinsames „Erstlings-Werk“ war das „Mühlbachlied“, eine Aufzählung all der interessanten Dinge, die der  muntere Mühl-Bach hinter unserem Haus als Müll-Bach mit sich führte – mein erstes Sammlerparadies…

Zu diesen Kinderzeichnungen begann ich mit Dichten…

Bereits vor Eintritt in den Kindergarten, den ich mit 5 Jahren besuchte, erwachte in mir zudem ein unbändiges Verlangen, Schriftzüge zu schreiben, und zwar – wie damals noch üblich – mit Tinte und Federhalter. Ein beredtes, bleibendes Beispiel dafür fand sich auf unserem neuen hellbeigen Stubenteppich, den das Christkind zu Weihnachten gebracht hatte. Bereits am darauf folgenden Fasnachtsdienstag überquerte ich mit einem randvollen Pelikan-Tintenfass der Farbe königsblau den Teppich und stolperte exakt in dessen Zentrum zu Boden – was angesichts des aus „zu-Fall“ unbeabsichtigten zusätzlichen „Musters“ in der Art des psycho-diagnostischen Rorschach-Testes für ziemliche Aufregung und Schelte gesorgt hatte. (Heute würde ein solcher Teppich als moderne Kunst Bewunderung finden.)
Dennoch blieb meine Freude am Schreiben davon unbeeindruckt und ich führte mein begonnenes liniertes Schreibheft weiter, malte Buchstaben und fügte diese eifrig zu Wörtern zusammen. Als ich - mittlerweile Erstklässlerin - auf dem Heimweg auf Wunsch einer Bekannten mein Schreibheft aus dem Tornister hervorkramen und ihr zeigen musste, kommentierte diese bewundernd: „Du schreibst ja wie gestochen!“ Auf dieses Kompliment war ich mächtig stolz. - Im Verlaufe der Jahre entwickelte sich aus meinem freudigen Buchstaben-Malen und als Schulfach geübten „Schön-Schreiben“ eine weitere Leidenschaft, die ich mit dem Erlernen verschiedener kalligrafischer Schriften pflegte.

 Stern, auf den ich schaue

Als ausgesprochen fröhliches, an allem interessiertes Kind bereitete mir der Schulbesuch – der mir als „Ernst des Lebens“ in Aussicht gestellt worden war – Spass, und ich fand unsere Lehrer toll. Besonders gerne schrieb ich lange, lebendige Aufsätze und wurde nicht selten zum Vorlesen aufgerufen. In dieser Volksschul-Zeit in Schruns verfasste ich meine ersten kleinen Verse. Ein unverhoffter, tragischer Schicksals-Schlag setzte im radikalen Verlust meines geliebten familiären Umfeldes dem Glück meiner Kindheit ein jähes, abruptes Ende. Mit 10 Jahren kam ich ins Internat, wo ich die Sekundar- und Handelsschule absolvierte. Hier folgten meine ersten längeren Schnitzelbänke, in denen unsere Lehrpersonen humorvoll charakterisiert und gereimt verewigt wurden. Dies trug zur allgemeinen Auflockerung des eng durchstrukturierten Alltags bei. Eine ehemalige Internatskollegin beschreibt mich rückblickend wie folgt: „Marlies fiel schon in der Schule mit ihrer Begabung für den schriftlichen und mündlichen Ausdruck auf. Sie hat schon früh begonnen, ihre eigenen Texte und Schnitzelbänke sowie Liedtexte zu schreiben. Und sie hatte immer und bei jeder Situation einen passenden Spruch bereit und hatte die Fähigkeit, ganz peinliche Situationen humorvoll aufzulockern.“ (N.F., Buchs)

Mittlerweile wurden meine Schnitzelbänke mit markigen Versen zur Erheiterung diverser Anlässe wie Hochzeiten, Vereinsversammlungen, Mitarbeiteressen, Geburtstage, Jubiläen etc. zur über 40-jährigen Tradition. Selbst den Nikolausbesuch und die Diplomansprache für meine Klasse habe ich - mit allen darin aufgeführten Ungereimtheiten – als Berufsschullehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege von A bis Z gereimt gehalten. –

Angeregt durch meinen inneren Weg und meine theologische Ausbildung entstanden 1983 erstmals auch spirituelle Texte. Seit 1984 beschenke ich mir nahe stehende Verwandte, Bekannte und Freunde mit einem persönlich verfassten Weihnachtsgedicht oder –text, wo ich jeweils in Worte zu fassen versuche, wie mir das Weihnachtsgeheimnis im aktuellen Zeitgeschehen oder eigenen Erleben innerlich auf-leuchtet. Dieser für mich wesentlichen Thematik ist auf meiner Homepage eigens ein entsprechender Platz gewidmet. Im Advent 2007 fand in Ebnat-Kappel eine öffentliche Lesung mit meinen Weihnachtstexten statt, die mit Zitherklängen musikalisch umrahmt wurden.

Im Frühjahr 2010 schloss ich mein Basisstudium „Grundlagen der kunstorientierten intermodalen Methoden in Therapie, Bildung und Beratung“ am Institut ISIS in Zürich ab. Insbesondere im Poesie-Seminar wurde ich durch die Studiengruppe wie auch seitens unserer Dozentin, der Poetin Margo Fuchs Knill, in meinem poetischen Tun bestärkt. Ebenso erhielt ich mehrfach Ansporn zur Veröffentlichung – was ich bisher für mich nie als Option in Erwägung gezogen hatte. Ich war stets der Ansicht, dass es eine Unzahl lesenswerter Bücher gibt und es sich meinerseits erübrigen würde, dieser Fülle ein Mehr hinzuzufügen. So blieben viele meiner geschriebenen Worte über lange Jahre unter Verschluss, ohne darüber an der Öffentlichkeit Worte zu verlieren. – Mit dieser Homepage habe ich für Sie einen ersten Türspalt geöffnet…