Lebens-Philosophie aus der 50er-Perspektive


Wage dein Leben, im Erfolg sei bescheiden,
suche Ruhm und Ehre zu meiden.
Nicht auf dem Podest – in harten Zeiten -
dich deine wahren Freunde begleiten.

Bemühe dich nach bestem Willen
wahrhaftig und treu deine Pflicht zu erfüllen,
mit Tief-Blick und Güte die Dinge zu sehen
in Rückschlägen zu lernen und aufzustehen.

Nimm Anteil an Menschen und deren Geschichten
wohlwollend und ohne darüber zu richten. -
Kein Mensch auf der Welt lebt je vergebens
und keiner verkörpert das Uhrwerk des Lebens.

Reich deine Hand, trag mit andrer Last,
teile grosszügiger aus, als du zu fordern hast.
Sei zufrieden und heiter, voll guten Mutes
und gönne auch dir jeden Tag etwas Gutes.

Halte dich fern allem Klatsch und Gerücht
sowie Lüge, Missgunst und Viperngezücht.
Auch Eifersucht, Neid, übles Denken und Reden
sind unnütze – tödliche - Dinge im Leben.

Verzeihe all jenen, die dein Da-Sein beschweren -
die dich verletzen, die an dir zehren.
Wie sie auch an dir nagen und schleifen -
denke, wie sie dich keltern und reifen.

Lass dich von weltlichem Glanz und Schein
weder blenden noch davon abhängig sein.
Was Wert hat fürs Leben, gibts nicht für Geld –
dieses regiert, doch es heilt nicht die Welt.

Nichts wird aus Zufall im Leben – auch DU –
doch alles fügt sich zur Zeit, fällt dir zu.
Üb nur Geduld, um auf Chancen zu warten
und Klugheit im Gebrauch deiner Karten.

Mitunter gibt es nichts zu lachen -
der Weise wird Stroh zu Gold daraus machen.
Scheint alles trost- und sinnlos daneben
lohnt es sich dennoch, nie aufzugeben. –

Im Wechselspiel von Freud und Leid
verbünde dich der Dankbarkeit.
Durch Nacht und nebel-trübe Tage
hilft Vertrauen mehr als Klage.

Steht still eines Tages die Uhr deiner Zeit -
neig dich in Frieden. Gelassenheit.
Halt dich achtsam bereit, von Hoffnung beseelt,
dass ein Korn guten Willens seine Frucht nicht verfehlt.


Marlies Frast
2006